Samstag, 12. Mai 2001
Volksbühne (Mitte) und Kulturbrauerei (Prenzlauer Berg)
  15 – 17 Uhr: Deleuze, Kunst und Politik - Volksbühne (Mitte)
 
Das Buch von Alain Badiou „Deleuze, la clameur de l'être“ hat bei sei-nem Erscheinen für Aufsehen gesorgt, vor allem unter den „Deleuzianern“. Die systematische Analyse des Werks von Gilles Deleuze durch Eric Alliez ist Teil einer komplexen Darstellung der zeit-genössischen Philosophie. Beide Wissenschaftler plädieren für den Zugang zu Deleuze über die Verbindung von Kunst und Philosophie und über den Bezug zur Politik.

Alain BADIOU, Professor für Philosophie an der Ecole Normale Supèrieure de Paris (Ulm). Auf Deutsch sind kürzlich erschienen: Handbuch des Unästhetischen (Turia & Kant Verlag); Manifest für die Philosophie (Turia & Kant Vlg); Politik der Wahrheit (Turia & Kant Verlag). In Frankreich kürzlich erschienen: Petit manuel d'inesthétique (Seuil), Deleuze (Hachette).
Eric ALLIEZ, Gastprofessor an der Universität Wien und Professor an der Akademie der Bildenden Künste. Auf Deutsch sind kürzlich erschienen: Hyperplastik (Turia & Kant Verlag), Telenoia (Turia & Kant Verlag). In Frankreich erschienen u.a.: Gilles Deleuze. Une vie philo-sophique (Les Empêcheurs de Penser en Rond).

Vorstellung, Einführung und Moderation: Joseph VOGL, Professor an der Universität Weimar. Veröffentlichungen u.a.: Kursbuch Medienkultur. Die massgeblichen Theorien von Brecht bis Baudrillard (DVA). Gesprächspartner: Mirjam SCHAUB, Dozentin an der Freien Universität Berlin; Henning SCHMIDGEN, Forscher am Max Planck Institut Berlin. Veröffentlichungen u.a.: Das Unbewusste der Maschi-nen. Konzeptionen des Psychischen bei Guattari, Deleuze und Lacan (W. Fink).


  20 – 22 Uhr: Das Fade oder das Nackte? Kulturbrauerei (Prenzlauer Berg)
 
In der europäischen Kultur ist das Nackte ein privilegierter Zugang zum An-sich und zum Schönen. In China, der Kultur des „Faden“, wird dieses ästhetische Potential des Nackten verkannt. So leitet uns das Nackte in unserer europäischen Suche nach dem Gegenwärtigen, während China uns nicht über das formale, modellhafte Schöne son-dern durch geistige Übertragung einen Weg zur Kunst weist. Eine Art, die (europäische) Philosophie mit dem Interkulturellen zu konfrontie-ren und so die Bedingungen ihrer Möglichkeit zu ergründen, ohne ihren Ansatz zu relativieren.

François JULLIEN, Professor an der Universität Paris VII-Denis Diderot. Auf Deutsch sind kürzlich erschienen: Über das Fade. Eine Eloge. Zu Denken und Ästhetik in China (Merve Verlag); Über die Wirksamkeit (Merve Verlag). In Frankreich kürzlich erschienen u.a.: „Du temps“, éléments d'une philosophie du vivre (Grasset); De l'es-sence ou du Nu (Seuil); Un sage est sans idée (Seuil; in Kürze Fink Verlag).

Vorstellung, Einführung und Moderation: Hannes BÖRINGER, Professor für Philosophie an der Académie des Beaux Arts de Brunswick. Gesprächspartner : Cornelia VISMANN, Professorin an der Universität Frankfurt/Oder; Joachim KURTZ, Professor an der Universität Erlangen.